Apollinische Netze & Seife
1993, Frühjahr:
Treffen J.H. (p, synth, dr, db, el-b; studiert Philosophie, Religions- & Kulturwissenschaften a.d. Univ. Bremen) & M.W.. (as, scl(b), Shakuhachi, Didgeridoo, Dizu; studiert Philosophie & Deutsche Literatur - & Sprachwissenschaft a.d. Univ. Bremen), während WS/SS 1992/93. Wöchentl. Spiel, meist im Duett, Probeort ist J.H.'s Wohnung; er spielt zunächst vorwiegend Synthesizer, Perkussion; zunehmend wird der Kontrabass zum vorwiegend eingesetzten Instrument.
M.W.. spielt auch in einer Konfrontation von zeitgen. Bühnentanz (Contactimprovisation, Elementarer Tanz, etc) & ImprovisationsmusikerInnen im Kontorhaus (Schildstr.), Bremen.
Holzblasinstrumenten - Meisterwerkstatt für M.W.. ist die Richard Müllers (Brokstrasse Bremen).
M.W.. beginnt, Saxophon- & später auch Klarinettenunterricht zu geben, in zunehmenden Umfang, privat. Die beinahe tägl. Fahrradtouren mit Saxophon & Klarinette auf dem Rücken durch das meist verregnete Bremen werden prägend sein bis 2001.
M.W.. lernt Oliver Kotte (g, el-g, el-b) kennen (der Geschichte & Philosophie studiert a.d. Univ. Bremen) & spielt ∼ 1 Jahr lang sehr intensiv mit ihm. Anlass war ein Tshirt O.K.'s, auf dem vorn das Cover v. Brötzmanns "Machine Gun" abgebildet ist.
M.W.. nimmt an der "Herbastakademie Bremen" teil, wo Brötzmann (sax), "Baby" Sommer (dr) & Gumpert (p) für 3 Tage a.d. Musikakademie Bremen unterrichten. Er lernt dort Nils Gerold (cl, fl) kennen, einen Duopartner für ∼ 2 Jahre
1994
M.W.. lernt A.W.. (geb. Andrzejewska) kennen (Heirat 1995); nachdem er in der Philharmonie von Wroclaw in einem Klavierkonzert Lutoslawskis ein Klarinettensolo gehört hat, kauft er sich kurze Zeit später eine Sopranklarinette (B).
1. Konzert, im Neustadtsbahnhof Bremen, Videodokumentation ∼ 20'.
Das Video "Szenen aus dem Neustadtsbahnhof" mit den Musikern M.W.. (sax), J.H. (perc.) Oliver Kotte (e-guit.), Hector Tobon (Akkordeon)) und Margarete Huber (voice). Es wird von Thomas Lettau produziert und im "Offenen Kanal" Bremens ausgestrahlt.
1997
C.S.. (g, el-g, el-b, Orff-gb); studiert Sozialpädagogik a.d. FH Bremen) & A.W.. (ss; Stipendiatin) [musikal. Biogr. bis dato] stossen zum Ensemble.- C.S.. & M.W.. treffen sich während ihrer Arbeit in der "Spastikertagesstätte Bremen", C.S.. "ist scharf auf J.'s Kontrabass".
C.S.., A.W.. & M.W.. gründen das "Trio Axolotl" , benannt nach einer "Axolotl" betitelten Kurzgeschichte Julio Corta'zars. Die Musik des Trios orientiert sich stärker als z.B. die d. "AN&S" an Neuer Musik, was im Laufe d. Zeit ein nicht unbeträchtliches Konfliktpotential beinhalten wird. 1. Konzert des "Trio Axolotl" am 30.11.1997, im "Cafe Grün" [Str.], i. Rahmen einer Veranstaltung, i.d. eine Lesung v. Kurzgeschichten Y. Kakens gehalten wird & Filme v. M. Kirschner gezeigt werden.
Konzert i.d. Galerie "Heiligenberg Vier" in Bruchhausen-Vilsen, zur Eröffnung der Ausstellung "Holzstelen" v. F. Minkmar.
1999
25.07.1999, "Milchbar" Bremen: Im Rahmen d. "Synäshtetischen Orgasmen", C.S.. & M.W..
31.10.99 "Milchbar", Trio Axolotl
27.01.2000, Krypta v. St. Johann i. Bremen: "ShoaÅh-Gedenkveranstaltung.
Weitere Mitspieler: Ralph Butschkus, ein langjähriger musikalischer Spielpartner von J. H., - el., akust. g / tp / dr / synth.; Hector Tobon, bildender Künstler und Musiker aus Mexiko, - Bandoneon / dr/ voc. Kristin Rode (Norwegen), geht im selben Jahr zurück nach Skandinavien, und arbeitet im Theater "Kolobri" in Göteborg; Margarete Huber
1998
M.K. (el-g, g, el-b); studiert Geschichte, Kulturwissenschaften, Germanistik a.d. Univ. Bremen) M.K. & M.W.. treffen sich am 12. mai 1998 bei einem Improvisationskonzert in den Räumen der "Musiker Initiative Bremen (MIB)" v. Roger Turner (dr), Lol Coxhill (sax) & Erhard Hirt (git). M.W.. lädt ihn ein, auch zu J.H. zum Spielen zu kommen.
1999
25.07.1999, "Milchbar" Bremen: Im Rahmen d. "Synäshtetischen Orgasmen", C.S.. & M.W..
31.10.99 "Milchbar", Trio Axolotl
27.01.2000, Krypta v. St. Johann i. Bremen: "ShoaÅh-Gedenkveranstaltung.
J.H., M.K., M.W.. nehmen bei J.H. im neu renovierten Musikraum "Apollinische Netze & Seife" (MC) auf.
M.W.. wird Mitglied bei d. Postrock/Hardcore - Gruppe "Ilse Lau" (: as. el-g, el-b, dr).
2000
11.05.2000: "Argia" - Konzert, Bibliothekssaal d. Univ. Bremen: Besetzung J.H. db, C.S.. g/el-b/Orff-gb, M.K. el-g, J.K. scl(b)/as, M.W.. as/scl (b)/shakuhachi/didgeridoo/ misc. Instr.; Stefan Braun tp, Claudia Kapp tp. Das Konzert wird v. 2 Kameramännern gefilmt, das Bild ü. mehrere Monitore in Echtzeit wiedergegeben, die rein techn. Motivierten Bewegungen d. Kameramänner performativ integriert. C.S.. & M.W.. sind weiss gekleidet, M.W.. i. geschminkt nach einer afrik. Initiationsmaske, die er im ethnolog. Museum Berlin gesehen hat [ÅÒ Primitive Kunst]. Der Titel wurde (v. M.W..) ausgewählt aus I. Calvinos "Die Unsichtbaren Städte" (v. dort stammen auch die Stücktitel der Veröffentlichung "Violent Unknown Event" von C.S.. & M.W.. 2003, viz. dort). Es markiert den Anfang einer zunehmenden Orientierung v.a. M.W..'s a. d. räumlichen, theatralischen Dimension v. Musik, geschuldet einer eingehenden andauernden Beschäftigung m. topologischen, archtitektonisch-theoretischen überlegungen. Zu diesem Konzert ist sowohl das Publikum wie das Ensemble willkürlich im Raum verteilt & orientiert. J.K.'s Vater liefert ein fantastisches, allerdings unfreiwilliges unerwartetes Solo, als an einer ppp-Stelle sein Stuhlbein unter ihm einknickt & er v. Stuhl kippt dadurch.
Veröffentlichung der Videos "Apollinische Netze & Kühe", ∼15', "Apollinische Netze in der Lagerhalle", ∼15', "Hommage an Arnold Schönberg" (Dokumentation eines Konzertes der "AN&S"), ∼15', v. Stefan Braun. "Apollinische Netze & Kühe" & "...in der Lagerhalle" sind am 15.07. & 27.09, bzw. am 13.12. & 15.12. i. "Offenen Kanal" - TV-Programm Bremens z. sehen.
Veröffentlichung der Doppel - CD "Χ Ω Ρ Ω Α", i. Selbstverlag
Veröffentlichung der CD "Live im Bibliothekssaal der Universität Bremen am 19.12." , i. Selbstverlag
Juni 2000: Agnieszka Kupisz (Sopran) /& M.W.. (scl(B), as) nehmen für A.W.. "prznaimiej mam serceÅh auf, eine Melange aus Stücken des von A.W.. verehrten Steve Lacy, v. Gedichten Monika Sapielaks, v. polnischer zeitgenössischer Lyrik
19.06.2000: "(A)Live in/at The House of Leaves": Konzert im Bibliothekssaal d. Univ. Bremen. Gast: Y. Kekec, Akkordeon. Wieder taucht eine Stadt aus Calvinos Text auf, diesmal ist es Bauci, auf dem Konzertflyer. M.W.. hat "The House of Leaves" v. M. Danielewski gelesen, ein ihn extrem beeindruckender Text, d. weitreichende Folgen haben wird. Deshalb wird die Bühne zu einem diffusen, von Bildern durchschossenen & zuallererst etablierten Raum aus 2 Lichtkegeln, die MusikerInnen blosse Resultate ihres Schattenwurfes. Das Ensemble spielt dieses Konzert in einem Geviert aus blauer Gerüstfolie, einem semitransparenten eng gewebten Kunststoff, d. normalerweise verhindert, dass Bauschutt & - Staub v. Gerüst fällt - die "AN&S" benutzen diese Folie als Projektionsfläche für a) eine Reihe selbstentwickelter Registeranweisungen , die, willkürlich & einhändig einsetzbar, die Binnenstruktur d. jeweiligen Stückes anordnen können, & b) Dias verschiedenster Schriften, Alphabete & Texte (u.a. arabische, japan. Kalligraphien, freie Kursivschrift, gesetzter lateinischer Text...). Der Bibliothekssaal gestattete es, das Geviert v. 2 Seiten i. rechten Winkel mit solchen Dias z. bestrahlen, so dass d. Lichtkegel d. Projektoren den Raum, i.d. sich die SpielerInnen standen, durchquerten & die jeweils gegenüberliegende Seite ebenfalls abdeckten. Es ging darum, i.d. Inszenierung die "vierte Wand" zw. Publikum & SpielerInnen als Textur sichtbar zu machen, das Filzgewebe v. Erzeugung & Aufnahme des musikal. Ereignisses i. seiner dynamischen vermittelten Unmittelbarkeit [Plessner-Margin] phänomenologisch erfahrbar z. machen. Am Ende d. 1. Stückes werden v. Ensemble Mandarinen & Orangen aus den 4 Ecken d. Bühnenquadrates zw. das auf allen 4 Seiten sitzende Publikum geworfen, Leuchtmarken einer theatralischen abschliessenden Geste...die i.d. Pause auch noch gemeinschaftlich verzehrt wurden.
2001
Veröffentlichung des Videos "Hommage an Arnold Schönberg" v. Stefan Braun.
02.05.2001: "(A)Live in/at The House of Leaves": Konzert (i. reduzierter Version v. 19.06. d. Vorjahres) i. "ZAKKÅh, Bremen. Die recht kleine Bühne d. Veranstaltungsraumes zwang das Ensemble, hinter dem besagten Projektionsvorhang nach d. üblichen einen, vierten Seite dem Publikum gegenüber zu spielen.
15.05.2001: "This is not for you.": Konzert i. Bibliothekssaal d. Univ. Bremen. Den Titel entnahm M.W.. dem Motto v. Danielewskis "House of Leaves". Das Ensemble teilte die Bühne in 2 Räume auf, i. einem vollzogen die SpielerInnen rituelle Handlungen verschiedenster Art wie das Umtopfen v. Zimmerpflanzen, die Teezeremonie, die Verfertigung eines "Nkonde"-Nagelfetisch, Stein- & Wassertragen & -umfüllen aus einer entsprechenden Schale am Bühnenrand zum anderen, alles während des Spiels (Eine d. doch recht seltenen unvorhergesehenen Interaktionen m. dem Publikum ergab sich, als M.W.. m. seiner Wasserschale an den Rand d. einen Gefässes sties, & d. so entstehende Klang etwas zögernd, aber unmissverständlich sofort aus dem Publikum beantwortet wurde m. dem Schaben einer Flasche ü. den Steinfussboden d. Saales; solche Momente direkter Antwort irgendeiner Weise v. Seiten d. Rezeption sind rar & äusserst fragil.). Die Einleitung eines Stückes bildete "Deadline" v. S. Lacy.
22.06.2005: UA von Mark Trayles "Mirror Bent", das für die AN&S" geschrieben wurde, unter dem Titel Blauverschiebung", im Rahmen der Veranstaltung "Licht-Geheimnisse" d. Univ. Bremen, "RB2" & a. im naturwiss. "Universum Bremen", i.d. das Ensemble auch eine Bearbeitung des Titels "Dark Star" d. "Grateful Dead" aufführt: "Rotverschiebung: m ÅÜ 30msol". Der Stücktitel leitet sich v.d. astronom. Definition eines "Dark Star" her: Wenn die Masse eines Sterns gleich oder grösser d. 30fachen Sonnenmasse ist, kann er am Ende seines Sternenlebens in sich selbst zusammenstürzen & eine extrem verdichtete Existenzform annehmen, die eines Sternes, der kein Licht mehr emittiert, oder die eines Schwarzen Loches. Das Publikum realisierte wohl, v.d. Einführung des Universitätsdirektors, eines Physikers, darauf hingewiesen, diesen Bezug, aber niemand wird wohl das "Grateful Dead"-Thema wiedererkannt haben, das die "AN&S" auch noch rückwärts spielten. Trayles Stück, auf Anfrage M.W..'s hin entstanden (M.W.. hatte "True North" v. diesem Komponisten live gehört), bestand aus einer Reihe von 24 Zellen gesetzten Tonmaterials, die i. einem Zeitraum v. 10'' - 60'' abzuarbeiten waren; darin gab es bestimmte Zellen, i. welchen d. Rhythmus d. jeweiligen Taktes per Laserpointer/Lichtsignal einem/r anderen MitspielerIn zu dirigieren war. Im Wissenschaftsmuseum [Bild"] "Universum" befanden sich die 3 Saitenstimmen am Boden eines kreisrunden Zentrums 3er Wendeltreppen, die sich durch die lichte Höhe des Gebäudes ziehen, die 3 BläserInnen auf Höhe d. 1. Stockes. "AN&S" interpretierten "Mirror Bent", i. direkten Gegensatz z. eher extrovertiert bewegten Eingangsstück, i. sehr spröder, kalter Weise, wahrlich eine Musik "jenseits der Menschen", wie es das Celan-Wort hat, das paradigmatisch für die Arbeit d. Ensembles steht. Es existiert ein dokumentarisches Video d. Univ. Bremen v. diesem Abend.Einer ältere Besucherin meint am Ende "Ich habe noch nie so schreckliche Musik gehört!"
08.12.2001: Konzert "Hommage an Arnold Schönberg" anlässlich dessen 50. Todestages, i. denen das Ensemble auf Vorschlag M.K.'s eine Bearbeitung M.W..'s von A. Schönbergs "A Survivor from Warsaw" entl. d. Grundriss d. Ghettos Warschau spielt; Ort: ehem. Leichenhalle i. Volkshaus Bremen. Gäste: Kerstin Fuchs - sopran, Axel Schmidt - Projektion. Der Text Schönbergs Stückes wurde auf Band aufgenommen, i, franz.,poln., engl., dt. Sprache, & v. einfachen Rekordern hinter den i. den v. Mittelgang d. Kellers abgehenden nischenartigen Räumen stehenden SpielerInnen abgestrahlt. Der Grundriss d. ehem. Warschauer Ghettos wurde per Overhead an die Rückwand d. Kellers projiziert; die einzelnen instr. Soli wurden per Laserpointer als Gang entlang dieser Projektion dirigiert. Eingeschlossen i.d. Spielpartitur war eine Interpretation d. Cageschen Komposition "0'00'', i.d. jedeR SpielerIn eine unmusikalische Geste ausführte.
2002
M.W.. lernt während seiner Krankenpflegerausbildung i. Berlin M.S. kennen, d. an d. UdK Berlin das Studio f. experimentelle Musik leitet. Zus. m. A.W.. wird das "the a.m.m. trio" gegründet.
11.06.2002: Konzert i. Alten Pumpwerk Bremen, Besetzung ss, 2fach scl(b)/as, 2fach g/el-g/el-b, elb/db, jeweils Perkussion als Zusatzinstr.: + "Einleitung Sammler": Der 1. Teil des Konzertes beginnt i. "Sammler" d. Alten Pumpwerkes, d.h. i. einem aufgelassenen, gemauerten, begehbaren Abwasser-Sammelrohr, welches v. Publikum an einem Ende betreten wird & v. A.W.., J.K., M.W.. am anderen Ende i. ∼ 50 m Entfernung besetzt wird. Alle 3 sitzen auf dem Gitterrost, das sich durch den Sammler zieht, m. nacktem Oberkörper & beginnen m. Körperperkussion [ÅÒ Butoh, ÅÒ M. Kaul i. U. Raschs Stück für Körpertrommler & 5fach Perkussion]. Die SaiteninstrumentalistInnen betreten nach einer initialen Pause den Sammler, welcher bis auf einen seitl. starken Spot auf die 3 Trommler dunkel bleibt.soblad die Saiteninstrumente sich etabliert haben, erlischt der Spot, die 3 wechseln zu Shakuhachi, scl(b), ss & bewegen sich auf das Publikum zu. TT ∼ 15'. + "Treatise" v. C.Cardew: Interpretation von 8 Seiten aus der graphischen Partitur; (die Wenningers sind mittlerweile nach Berlin umgezogen) erarbeitete verbindl. Interpretationen best. Zeichengruppen sorgen bis zur Generalprobe noch für Konfliktstoff, bezgl. Instrumentenwechsel & -gruppen, Einsätze, dynamische Verläufe; die Leitlinie bildet der v. M.W.. & M.S. i. "Studio f. Experimentelle Musik" d. UdK Berlin bearbeitete Inhalt d. Anrufbeantworters v. C.S.. als ZuspielCD. Das Ensemble spielt nahe bei/auf den riesigen massiven gusseisernen, historischen Abwasserpumpen. TT eine knappe Stunde.
09.10.2002: M.W.. beginnt sein 1. Scratch Book, nachdem er Entsprechendes darüber gelesen hatte i. Umfeld d. Cardew'schen "Scratch Orchestras; es wird eine Art musikalische Sudelbuch werden i.d. er alles Musikrelevante festhält, Kompositonsskizzen, Telefonnummern, Fotos, Fahrpläne etc.
1. Veröffentlichung auf "Der Krautopia Sampler" des neu gegründeten Labels "Krautopia Records" v. M. Miersch (www.krautopia.com) : "triangulation" ; M.S. - EMS Synthi AKS & processing, A.W.. - ss, M.W.. as. Die Komposition, betitelt nach einem Deleuzeschen Terminus, basiert auf einer weitgehend graphisch angelegten Kompositionsskizze M.W..'s, die hauptsächlich auf Mehrklängen d. Saxophone & Schwebungen & interferierenden Schwingungen d. Synthesizers beruht, einem wesentlichen Aspekt d. Arbeit d. Trios.
2003
05.01.2003: M.K., A.W.. & M.W.. treffen sich i. Halberstadt, i.d. St. Burchardi - Kirche, i. welcher seit Sept. '02 die Komposition "Organ_/ASLSP" läuft, für 639 Jahre lang. Z. hören i. nur die anfängliche Pause d. Komposition, d.h. nur das Rauschen d. Luftmotors d. ansonsten nur v. Platz her bezeichneten, aber ansonsten noch nicht existenten Orgel. Die Kirche wirkt seltsam Achtung heischend i. ihrer säkularisierten, v. Taubenmist & d. Winterkälte durchdrungenen Ausgemergeltheit. Die 3 aus dem Ensemble beschliessen, dies i. ein Ort für die "AN&S", M.W.. wird noch am sleben Tag überlegungen hinsichtlich einer Komposition für diesen Platz anstellen - i. benachbarten Herrenhaus sitzt die Cage- Orgelstiftung Halberstadt, dort i. die entsprechende Bühne. Im Laufe d. Jahres beendet M.W.. die hauptsächliche Arbeit am musikalischen Material:: 9 Stimmen (die "AN&S" + M.S. & Katrin Bosshart), die 9te wird v. einem Musikautomaten übernommen werden, einer Programmierung, die ü. ein Lautsprechersystem den akustischen Raum der Aufführung willkürlich stark verändern wird (das Material hierzu bildet eine Interviewsequenz, welche M.K. m. einer überlebenden d. Luftkriegs ü. Halberstadt gemacht hatte). Nach M.W.. werden die SpielerInnen Torsi ihrer selbst auf dem Rücken tragen, wie die polnische Künstlerin M. Abakanowicz[ÅÒ] sie i.d. Hauptsache schafft, nach einem Satz aus T. Kantors "Die Tote Klasse", i.dem jedeR ihre/seine Kindheit als Balg auf dem Rücken mit sich herumschleppt, alle Sünden & Begierden. Das musikalische Material wird nach Cagescher Art erzeugt, indem zerknülltes Papier entspr. Grösse an den Knicken durchstochen & so auf Notenpapier durchgepaust wird, enthalten auf jeder Seite i. zudem ein Arrangement der 9tönigen Formel, die M.W.. aus den 2003 zu hörenden Tönen der Komposition Cages & den Ziffern d. Dauer dieser abgeleitete; beigegeben sind dito 9 Seiten graphischer Notation, die M.W.. dem Buch "Manhattan Transcripts" v. B. Tschumi verarbeitete.
12.04.2003: Konzert "La Follia" anlässlich d. Eröffnung v. "Stralau 68" i. Berlin, v. A.W.., Katrin Bosshart (bcl) & M.W.., die unter dem Namen "MAK-Trio" auftreten. Gegeben werden je 4 Seiten aus Cardews "Treatise", vor einer durch das Gebäude gespannten & drapierten goldfarbenen Folie. Die Bassklarinette & das Sopranosaxophon waren m. Kontaktmikrophonen präpariert, um die ansonsten nicht hörbaren Klappen- 6 Binnengeräusche mit aufzufangen.
02.05.2003: Konzert i. der Installation "Identität: Mensch" v. Thor Kuzniak, Bremen, i. Foyer d. Schauspielhauses Bremen. Einen zeitl. Rahmen v. 1 Stunde avisiert, furhwerkt jemand auf dem dort stehenden Flügel mitten in das Stimmen d. Instrumente d. "AN&S" hinein - auf das konsternierte Nachfragen stellt er sich als d. musikal. Leiter der Inszenierung an diesem Abend heraus, & als solcher nimmt er selbstverständlich an, dass wir einfach eine halbe Stunde kürzer spielen, & bitte eine Viertelstunde vor d. Inszenierung fertig sind, damit man ihn nicht mit uns i. Verbindung bringe. Einem Mozart-Streichquartett passiert solche Blasiertheit nicht; v. Theaterpublikum konnte keiner zuhören/-sehen, weil die Türe z. Kassenraum verschlossen blieb, nur ein paar, die Einlass begehrten, fanden den Weg, unser überhaupt gewahr zu werden. Die Saxophone A.W..'s & M.W..'s waren mit Kontaktmikrophonen ausgestattet.
20-22.06.2003: M.W.. nimmt an einem Kompositions-Workshop u. Leitung v. A. Hölszky teil. Anregungen & Beginn d. Komposition f. Doppeltrio "C.l.a.B." (f. ss,2x scl(B), 3x el-b).
05.07.2003: "Mischflöz" - Ensemble spielt "Treatise' v. C.CardewÅh, in "Stralau 68Åh, einer Off-Bühne selbiger Adresse i. Berlin. Das Ensemble ist erweitert um M.S - electronics, & Katrin Bosshart - Bassklarinette, C.S.. i. verhindert. Das Ensemble legt eine Gesamtlänge von 72 Minuten für die Interpretation fest, was dann pro Seite etwa 22'' ergibt; per "Powerpoint"-Software wird die eingescannte Partitur alle 11'' nach links verschoben, es sind immer 2 Seiten gleichzeitig zu sehen. Die einzelne Seite wird dirigiert v. a) einem Videoloop v. Barbara Klinker (ein Saftkarton entleert sich in ein Glas) & einer abgefilmten & geloopten Geste C.S..'s, die jeweils exakt 22'' dauern. Die Interpretation d. Zeichen wird jeweils individuell eingerichtet.
11.09.2003: Konzert d. "the a.m.m.-trioÅh i. "Kulturhaus MitteÅh i. Berlin, gespielt werden "Effata Nr. 1,2,3"; "Effata Nr. 1" basiert auf einem Musltiphonic für ss & as, innerhalb dessen Ambitus M.S. bestimmte Schwebetöne & Interpolationen erzeugt, "Effata Nr.2" ist eine 15minütige Seuqenzierung v. jeweils 9-11''igen CD-Einschüben zwischen bestimmte Register f. as & ss, "Nr. 3" ist in d. Hauptsache eine Ringmodulationsbearbeitung d. Inputs aus ss & as in Echtzeit.
07/08.10.2003: C.S.. & M.W.. nehmen "Unknown Violent Event" auf, d. Titel bezieht sich auf die gleichnamige mysteriöse Katastrophe aus Greenaways Film "The Falls", die Stücktitel sind wieder Städte aus Calvinos "Die Unsichtbaren Städte".
10.10.2003: M.W.. spielt "Druckblöcke und Zeichenakkumulationen" f. Saxophon, Videoprojektion, Zuspiel - Cd & Licht v. Christoph Ogiermann in der Musikhochschule Zürich.
26.10.2003: A.W.., M.S. & M.W.. fahren erneut nach Halberstadt, um die Aufführung v. M.W..'s "The Great Hall" anzubahnen & die OÅNrtlichkeit einzusehen, das Herrenhaus neben d. St. Burchardi-Kirche, i.d. nun auch seit geraumer Zeit die ersten drei Töne d. Cageschen Komposition erklingen. Das Projekt wird sehr entgegenkommend aufgenommen. Nun soll für das Kuratorium d. Jahn-Cage-Orgelstiftung eine entspr. Präsentation vorgelegt werden bis Mitte November.
30.10.2003: Die Produktion "1st Trio, Reloaded" d. "AN&S", eine Referez ihrer ersten Veröffentlichung mit selbiger Besetzung, v. MK (el-g).,J.H. (db) & M.W.. (as) ist abgeschlossen. Die Veröffentlichung entstand unter Mitarbeit d. Fotografin Bettina Lessmann, die Cover & sechs Fotos beisteuerte sowie das Layout entwarf.
08.12.2003: Novantiqua von L. v. Haussen und C. Ogiermann im Sendesaal Radio Bremen, Alte und neue Musik, Ayit - dem Traum von einer Sache. AN&S Fünf "cries of London"....
2004
09.10.2004: UA "The Great Hall" (M.W..) im Leichenkeller d. Volkshauses in Bremen, m. Chr. Ogiermann, M. Kouw, L. v. Haussen.
15.10.2004: UA "Footage#//: Watermarked: T-City", zu dem Gedicht "grün/möglichkeit mensch" v. Jan Treuner, in der "Hechtbar" in Berlin.
2005
27.01.2005: UA "Wintermute" (M.W..) in der Krypta der St. Johannes - Kirche in Bremen (C.M.S.: Orff-Bordun, J.H. db, A.W.. ss, M.W.. as).
März 2005: "U.V.E." 2CD "The Theory of the Responsibility of Birds" ist veröffentlicht/fertig (C.M.Steens: g/Orff-Bordun, M.W.enninger: scl(b), feat. M. Kouw: laptop, & 2 Fotoarbeiten v. B. Lessmann).
21.03.2005: J. Treuner (lyrics), J. Hufenbach(electr, visuals), M. Wenninger (as) nehmen (auf einem Studio- Pontonschiff auf der Spree) "grünanlage" auf.
22.10.2005: "Walled City", Libeskind, Pollock Ölbergkirche in Berlin AN&S sowie Gäste: Chrog, J.V. Wrochem, Axel Haller