Niesender Panda und traumatisierte Soldaten
Mittwoch, Juni 23rd, 2010Guckt mal, was ich eben gefunden habe. Ich kopiere mal einen Auszug davon hier rein. Es geht um posttraumatische Belastungsstörungen bei Soldaten, die in Afganistan waren und deren Behandlung.
Mit der sogenannten EMDR-Methode hilft der Arzt den Soldaten, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Vor dem Gesicht des Patienten pendelt er mit gestrecktem Zeige- und Mittelfinger von links nach rechts. Dutzende Male. Der Traumatisierte muss mit den Augen folgen, während er seine Erinnerungen schildert. Die Augenbewegungen sollen die Gehirnhälften stimulieren. Nach den negativen Gedanken werden im Gespräch mit dem Therapeuten positive Bilder eingeflochten. Heilsame Bilder sollen dabei die traumatischen überschreiben.
Bei Schulze war es ein niesender Panda, der die Kriegserinnerungen erträglicher machte. Schon beim Gedanken an das Internetvideo muss er grinsen: Eine Panda-Mutter sitzt genüsslich kauend in der Ecke, vor ihr auf dem Boden schlummert ihr Nachwuchs. Plötzlich zerreißt das winzige Panda-Baby mit einem schrillen Nieser die Stille. Die massige Panda-Mutter zuckt vor Schreck zusammen.
“Das ist so herrlich, dieses Video”, schwärmt Schulze. Kurz vor einer Sitzung hatte er es gesehen. “Bei der EMDR habe ich es geschafft, diese positive Erfahrung mit dem Negativen zu verknüpfen.” Ein Panda gegen Kriegsgräuel.
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