Archive for März, 2010

Seltsames aus München

Dienstag, März 23rd, 2010

Der Verteidiger des Angeklagten spricht von der “historischen Wahrheit der Schichtarbeit” und nennt einen der Nebenkläger “eine doppelzüngige Schlange” und “Betreiber der Holocaust-Industrie”. Mit ”historischer Wahrheit” soll gemeint sein, dass die Ukrainer in den Vernichtungslagern immer in Schichten einesetzt wurden: Ein Drittel zur Bewachung des Lagers, ein Drittel bei den Mordaktionen und ein Drittel hatte ‘frei’. Eine ältere Frau aus dem Zuhörerraum, mit der ich am Donnerstag geprochen hatte, sagt zu mir: Ich sei ja schon wieder da, so weit könne Bremen dann ja nicht entfernt sein. Außerdem sei ich der Schlimmste von allen. Und was ich denn für ‘meine’ Behinderten tun würde? Nichts! Nur an mich selbst denken. Sehr abgedrehtes Zeugs heute. Die Verhandlung verlief recht zäh; es ging darum, welche Akten die Ermittler wo zusammengestellt und kopiert haben und was darin steht. Morgen noch ein Tag, und dann war’s das schon. Am Donnerstag gehen sie ins russische Konsulat, das ist nicht öffentlich.

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Beihilfe zum Mord. Angeklagt: John Demjanjuk

Freitag, März 19th, 2010

Ich melde mich jetzt doch schon aus München, um ein paar erste Eindrücke wiederzugeben. Zwei Prozeßtage sind um, zwei weitere werden noch folgen. Im Mittelpunkt stand die Befragung eines historischen Sachverständigen – überwiegend durch die Verteidigung. Wenn man zu diesem Thema etwas über den engeren und weiteren Kontext erfahren möchte, dazu prägnant formuliert, dann wird diese Befragung zu einer Fundgrube. Auch wenn es dabei nicht direkt um Sobibor geht. Die Vorgänge dort klingen nur hin und wieder an. Der springende Punkt bei diesem Verfahren scheint mir darin zu liegen, dass man eine Lücke schließen will, indem man den Typus der ukrainischen Freiwilligenverbände und deren Funktion auslotet, worum sich dieser Prozeß ja dreht. Die Verhandlungen sind im Moment nicht übermäßig besucht. Ich würde schätzen, nicht über dreissig Personen. Die Absperrgitter vom Andrang zu Beginn sind aber noch vorhanden. Der Angeklagte verhält sich so, wie man es kennt. Er wirkt vollkommen versteinert, sagt nichts. Er wird auf sein Bett gehoben und liegt dort weithin regungslos. Eine Dolmetscherin gibt ihm jedes Wort, das in der Verhandlung fällt, wieder. Angehörige scheinen nicht da zu sein, ebenso wenig eine ukrainische Unterstützerschar. Im Publikum sitzen einige Leute aus den Niederlanden, einer der Nebenkläger ist offenbar auch aus Holland. Ein paar Presseleute sind da und schreiben mit. Der Verteidiger reitet regelmäßig Pflichtattacken gegen die Prozeßführung, indem er moniert, dass man ihm die Wahrnehmung seines Mandats ganz umöglich mache, ihm elemantare Rechte vorenthalte. Das wirkt wie kindische Ungezogenheiten. Der Bursche läßt sich dann auch einfach nicht bremsen. Als gestern einer der Nebenkläger, ein Rechtsanwalt Koch, die Feststellung traf, dass die Verteidigung auf der einen Seite  Vernehmungen durch den russischen Geheimdienst und Dokumente aus russischer Provenienz als nicht gerichtsverwertbar zu diskreditieren versucht, auf der anderen Seite sich dort aber freizügig bedient um den Angeklagten zu entlasten, da begann der Verteidiger  geradezu zu toben und sprach den Nebenkläger sogar mit seinem Namen an. Sonst ignoriert er Einlassungen von dieser Seite völlig.  Der Vorsitzende hat’ nicht leicht…. Gesprochen wurde an diesen Tagen über die sogenannten Trawnikis. Das waren die Ukrainer, die man in den Kriegsgefangenenlagern rekrutierte und in einem Lager in Trawniki, das ist der Nähe von Lublin, ausgebildet hat. Diese Leute standen in der Hierarchie unter der SS und haben in den Lagern Sobibor,Belzec und Treblinka sowie bei den Ghettoräumungen die allerübelsten Tätigkeiten – im Volksmund: Drecksarbeiten – verrichtet. Das sind die ersten Eindrücke von diesem Verfahren.

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Ostern

Montag, März 8th, 2010

Nun ja, dann bleibt es mir vorbehalten auf das kommende Osterfest hinzuweisen, das in diesem Jahr besonders früh zu liegen scheint, wie ich heute auch im Martinshof anläßlich eines ernsten Gesprächs mit einer dort Beschäftigten feststellen durfte. Einmal mehr feststellen… Und schau, der ganze Schnee ist doch schon wieder weg getaut. Der Sonnengeruch, von dem ich bisher nichts wußte, hat doch auch etwas für sich. Aber auch wenn Ostern dieses Jahr früher liegt als sonst, treffen wir uns doch vorher noch einmal, ja? Vielleicht… wie ist es mit Dir, jan?

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Dies hier fände ich viel schöner, schnüff!

Sonntag, März 7th, 2010

So schön Winterimpressionen auch sind…ich kann nicht mehr. Aber ich bewundere dich, Claudia, daß du da noch was draus gemacht hast, so mit Kekse backen und Weihnachtsfeeling. Nichts destotrotz habe ich ein Foto ausgegraben, das symbolisiert, was doch bitte eintreffen möge.bald-a20092355klein

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Winterimpressionen

Samstag, März 6th, 2010

neu-155neu-153neu-152kennt Ihr das: wenn man im Sommer in der Sonne war gibt es einen besonderen Geruch der Haut, der nur durch die Sonne zu erreichen ist – so war es heute nach einem wundervollen Winterspaziergang – dieser Sonnengeruch war da!! Auch wenn Ihr mich jetzt für bekloppt haltet!!!

Ja! Aber es war auch ein besonderer Spaziergang: Schnee ohne Ende und strahlend blauer Himmel, Sonne, wunderschön! und eine Kasten…buche? Wie hieß das Ding? Guckst Du hier:neu-154

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eigentlich gibt es nur eines,

Samstag, März 6th, 2010

was man bei diesem Wetter tun kann:
Kekse backen! (möglichst mit viel Zimt und Koriander)
frohe Weihnachten, allerseits!

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