habe heute mal etwas Zeit gefunden, in dem Buch unseres Saitenmeisters zu lesen. Beeindruckend finde ich es. Mir ist auch erst jetzt aufgegangen, wie distanziert man sich immer mit dieser Zeit auseinander gesetzt hat: in der Schule bekommt man Daten, Zahlen, Fakten vermittelt und einen guten Überblick, aber es ist schon recht “steril”. Wenn ich ehrlich sein soll habe ich mit den Großeltern, die ich kennenlernen konnte, nie über den Krieg gesprochen (mag sein, dass Oma hin und wieder kleine Geschichten erzählt hat aber doch eher begrenzt - zumindest erinnere ich mich nur an einzelne wenige Begebenheiten, die gerne erzählt wurden, weil sie die Distanz zum/Ablehnung des Nationalsozialismus verdeutlichten.) Auch sonst habe ich nicht wirklich jemals mich dem Thema so “genähert”.
Ich kann heute durchaus verstehen, dass man über derart schreckliche Dinge nicht reden mag/ kann - was auch immer. Ich denke, darum finde ich es beeindruckend diese Berichte von Leuten, die den Horror erlebt haben, zu lesen weil es eben sehr anschaulich dokumentiert wie grauenhaft diese Zeit war - unabhängig von bewertenden Stellungnahmen und weil sich diese Menschen höchstwahrscheinlich eben sehr kritisch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen - wie brutal das auch sein mag: das beeindruckt mich! Es sind sehr lebendige Berichte… (darf man das so sagen?) Und eben sehr persönlich.
Vielen Dank nochmal
Übrigens hab ich just am Freitag das Buch meines Onkels bekommen (der ja auch über seine Erinnerungen an den Krieg und die Zeit danach schreibt (”Eisenklau und Pferdewurst” heißt es :-) ) Das ist auch echt gut!
also
bis Freitag