Zur Schlussproblematik

April 29th, 2008

Bedarf unsere Musik, die ja zu großen Teilen fern von Komposition steht, eigentlich diese leidige Schluss-Diskussion? Komposition braucht einen Anfang und ein Ende, denke ich. Brauchen wir das auch? Ist unsere Musik, nicht vielmehr so etwas wie ein sich entwickelndes Wesen, dass mal hier und mal dort schaut, aber eigentlich immer existent ist? Durch unsere menschliche Natur müssen wir dieses Wesen dann einsperren, ziemlich häufig sogar und wir lassen es nur einmal die Woche für 5×10 Minuten frei.

Der Anfang und der Schluss unserer Stücke, die ja, zu mindestens wegen unserer Endlichkeit, beide notwendig sind, existieren eigentlich nur als Pause. Als Pause von einem Stück zum nächsten, wo wir das Tier wieder frei lassen, oder es z.B. durch Spielanweisungen anleinen. Dass wir unsere Schlüsse bewerten und sagen, sie seien gut, oder schlecht, passend, oder unpassend, hängt vielleicht nur damit zusammen, wie wir unser Wesen wieder in seinen Käfig zurückdrängen.


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